//Projekte & Themen

Pulse

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Pulse

Nachrichten, die fließen statt abgearbeitet zu werden

Jede Art, Nachrichten zu präsentieren, trifft eine stille Aussage darüber, was Information eigentlich sein soll — Ware, Reiz oder Erkenntnis. Pulse geht von der Beobachtung aus, dass der heutige Medienkonsum diese Frage längst zugunsten des Reizes entschieden hat: fragmentiert, algorithmisch zugespitzt, ohne sichtbare Herkunft. Die Studie fragt zurück, was sich verändert, wenn Transparenz nicht nachträglich erklärt, sondern von Anfang an mitgestaltet wird. Wie viel Kontrolle braucht ein Mensch über das, was ihm gezeigt wird, um sich noch informiert und nicht bloß bespielt zu fühlen? Und wo hört ein Feed auf, eine Liste abzuarbeitender Reize zu sein, und wird zu einem Ort, an dem Verstehen tatsächlich möglich ist? Entstanden ist kein weiterer Reader, sondern der Versuch, Vertrauen wieder zur Grundlage von Information zu machen.

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Signal Messenger

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Signal Messenger

Was Nähe braucht, wenn niemand mehr zusieht

Jede Kommunikationsform trägt eine implizite Theorie darüber in sich, was zwischenmenschliche Nähe überhaupt bedeutet – und die meisten Messenger haben diese Theorie seit Jahren nicht mehr hinterfragt. Diese freie Studie nimmt Signal als Ausgangspunkt, weil es Sicherheit nicht als Feature, sondern als Haltung begreift, und fragt von dort aus weiter: Was verändert sich, wenn Vertrauen zur gestalterischen Grundbedingung wird statt zur nachträglichen Ergänzung? Wie viel Kontrolle braucht ein Mensch über seine eigene Sichtbarkeit, um sich wirklich verbunden zu fühlen? Und wo hört eine Unterhaltung auf, ein bloßer Austausch von Nachrichten zu sein, und wird zu etwas, das man tatsächlich teilt? Entstanden ist keine Auftragsarbeit, sondern eine Denkbewegung – mit dem Anspruch, jede gestalterische Entscheidung bis zu ihrer Grundannahme zurückverfolgen zu können.

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Gewalt gegen Männer

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Gewalt gegen Männer

Wenn Rollenbilder schweigen — Design, das spricht.

Nach aktuellen Zahlen des Bundeskriminalamts sind rund ein Fünftel der Betroffenen von Partnerschaftsgewalt in Deutschland männlich — eine Größenordnung, die in der öffentlichen Wahrnehmung kaum vorkommt. Das Thema ist tabuisiert, die Hilfsinfrastruktur wächst nur langsam, und gesellschaftliche Rollenmuster machen es Betroffenen nahezu unmöglich, Hilfe zu suchen. Für dieses Projekt habe ich als UX Designer eine Kampagne konzipiert, die mit zwei klar getrennten Kommunikationskanälen arbeitet: einer gesellschaftlichen Sensibilisierungslinie und einer direkten Hilfslinie für Betroffene und Angehörige. Bewusst ohne Fotos — keine Opferrollen, keine Dramatisierung. Stattdessen Phrasen aus der Kindheitserziehung, eingeengt in einen engen visuellen Rahmen. Das Unbehagen entsteht durch Komposition, nicht durch Inhalt. Die Hilfsseite folgt einer komplett anderen Designsprache: offen, klar, sicher. Vom ersten Eindruck bis zum „Emergency Exit" — einem Link zur Wikipedia-Tagesseite, der die Nutzung verschleiert, falls sich jemand beobachtet fühlt. Jede Entscheidung hat einen psychologischen Grund. Das ist kein Plakat, das ist kommunikatives Systemdesign.

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Moderne App Experience

Wie eine Shopping-App lernt, sich wie eine App anzufühlen.

Für eine der meistgenutzten Shopping-Apps Deutschlands habe ich als UX Engineer einen Arbeitsstrang aufgebaut, der die App-Experience systematisch von Web-Mustern zu nativen Interaktionsmustern überführt. Micro-Animations, Transition-Patterns, mobil-optimierte Shopping Journeys — mit dem Ziel, dass sich die App nicht nur gut anschaut, sondern sich auch so anfühlt, wie man es von einer nativen App erwartet.

Barrierefreiheit

Barrierefreiheit ist kein Feature. Es ist eine Haltung.

Seit 2023 verantworte ich als UX Engineer die Barrierefreiheitsstrategie des Fachbereichs Auffindbarkeit bei OTTO — nach WCAG 2.2 AA und BITV 2.0 Standards. Das bedeutet konkret: Prüfung bestehender Komponenten, Definition verbindlicher Standards, Integration in den Designprozess und enge Abstimmung mit dem Engineering. Keine kosmetische Checkbox-Übung, sondern strukturelle Qualitätssicherung, die im Code beginnt.

Explainable AI & KI/ML

Wenn ein Algorithmus entscheidet — wer erklärt es dem Menschen?

Bei PwC habe ich über vier Jahre als Senior UX Designer & Engineer komplexe Business-Anwendungen mit KI- und Machine-Learning-Anteil konzipiert und begleitet. Die Kernfrage war immer dieselbe: Wie macht man ein System, das automatisch Entscheidungen trifft, für die Menschen verständlich und vertrauenswürdig, die täglich damit arbeiten müssen? Transparenz als UX-Prinzip — lange bevor Explainable AI ein Standardbegriff wurde.